Anleitung zum praktischem Brötchenaufschneiden
Heutzutage muß man für viele Dinge zuviel Geld ausgeben.
Anhand dieser praktischen Anleitung zeige ich Ihnen, daß es möglich ist, bestimmte Tätigkeiten selbst zu erledigen.
Hierfür benötigen Sie keinerlei
Vorkenntnisse!
Der benötigte Lernaufwand ist minimal.
Sie können jederzeit damit anfangen!
Das Beste: Ihnen entsteht kein unnötiges Risiko.
Ich führe Sie Schritt für Schritt zum Erfolg,
sollte es Ihnen doch
einmal mißlingen, können Sie ohne weitere Kosten
einen zweiten Versuch starten.
Zur Sache:
Im Laufe der Zeit haben wir es verlernt, unsere Werkzeuge und unseren Verstand einzusetzen.
Für viele praktische Arbeiten
können Sie die Werkzeuge verwenden, die bereits im Haushalt vorhanden sind.
Es ist keinerlei Schwierigkeit, ein Brötchen aufzuschneiden.
Wichtig: man muß sich vorher nur grundlegende Gedanken zur Art und Ausführung
des Schnitts machen. Bei diesem Punkt gibt es nicht viel zu diskutieren:
Ein fachgerechter Brötchenschnitt wird *immer* horizontal ausgeführt.
Fangen wir an:
Sie benötigen ein frisches Brötchen. Das Brötchen sollte
wirklich frisch sein. Eine zu alte Qualität ist oftmals steinhart. Kein Wunder, wenn es dann nicht so recht klappen will. Das Brötchen sollte auch nicht zu knusprig sein, denn dann krümelt es zu sehr.
Wurde es hingegen im warmen
Zustand in einer Plastiktüte aufbewahrt, könnte es unter Umständen zu weich sein.
Bei einem zu weichem Brötchen wäre der Schnitt kein Problem. Doch der Nachteil liegt im Genuß der Backwaren. Eine leichte Crossierung ist
sinnvoll, manchmal sogar ausdrücklich erwünscht.
Sollten Sie also ein zu weiches Brötchen haben, bestreichen Sie es hauchdünn mit einer Mischung aus Kondensmilch und lauwarmen Wasser. Kurz einwirken lassen, und überschüssiges
Wasser mit einem Zellstofftuch aufnehmen. Danach erneut einstreichen, aber möglichst mit unverdünnter Kondensmilch.
Nach kurzer Einwirkzeit legen Sie das Brötchen auf den Toaster.
Die meisten Toaster besitzen einen Aufsatz
um daraufliegende Brötchen aufzubacken.
Also: es ist ganz einfach: nehmen Sie das gut mit Milch eingestrichene Brötchen und legen es mit der - möglichst ausgestreckten Hand - auf den Toaster. Auf gar keinen Fall vorher
einschalten, sondern erst, wenn das Brötchen auf dem Toaster liegt.
Jetzt sollte es von *jeder* Seite ca. 2 bis 3 Minuten aufgebacken werden.
Kurz nach dem automatischen Ausschalten des Toasters können Sie das Brötchen vom
Rost herunternehmen. Vorsicht: unter Umständen ist es noch heiß, und es besteht die Gefahr, daß Sie sich die Hand verbrennen. Evtl. ist es sinnvoll, das Brötchen mit einer Serviette oder einem Topflappen zu greifen, um
Verbrennungen zu vermeiden.
Legen Sie das Brötchen danach auf ein Holzbrettchen.
Kleine Anmerkung des Verfassers:
Sollte sich auf dem Tisch eine Tischdecke befinden, ist es sinnvoller, statt eines Holzbrettchens
einen kleinen Teller mit gewölbtem Rand zu verwenden. Hierdurch ist gewährleistet, daß ein Großteil der beim Schnitt entstehenenden Krumeln auf dem Teller bleibt, anstatt sich im Maschengeflecht der Tischdecke
festzuhakeln.
Nun kann es losgehen:
Nehmen Sie das Brötchen in die Haltehand (bei Rechtshändern also in die linke Hand) und greifen Sie mit der rechten Hand das bereitliegende Messer.
Noch kurz zum
Messer:
Hauptsache scharf! Doch ein Tranchiermesser eignet sich nicht hierfür. Denn Tranchiermesser sind einseitig geschliffen und nur für Fleisch geeignet.
Durch den einseitigen Schliff benötigen Sie viel Kraft zur Führung
des Messers, da es sonst abgleitet. Wer hierdrin nicht geübt ist, lenkt wechselweise zu wenig und kurze Zeit später zu viel dagegen. Hierdurch wird der Schnitt wellig, und es sieht aus, als wenn man unter Alkoholeinfluß gestanden
hat. So geht es nicht!
Auch die üblicherweise bereitliegenden Buttermesser eignen sich nicht.
Denn hiermit wird die Butter (oder Margarine) auf das bereits geöffnete Brötchen aufgetragen und sorgfältig
verstichen.
Somit ist klar, daß an ein Butterschmiermesser völlig andere Anforderungen gestellt werden als ein Schnittmesser.
Stattdessen sollten Sie ein großes Brotmesser nehmen.
Die Zahnung sollte grob gezackt sein,
und es sollte scharf sein.
Die meisten Unfälle im Haushalt entstehen durch schlechte bzw. abgenutzte Werkzeuge.
Sie nehmen das Messer also in die rechte Hand, das Brötchen liegt mit festem Griff in der linken Hand, und
sie setzen einen horizontalen Schnitt an.
Dieser sollte möglichst mittig liegen, mit einer Tendenz nach unten.
Denn oftmals ist bei Brötchen die mittlere Einkerbung, also der Schlitz zwischen den beiden Buckeln, recht tief.
Deshalb sollten Sie etwas unterhalb ansetzen.
Auch wenn es etwas unüblich aussieht, aber:
Der Schnitt ist “weg vom Körper” auszuführen. Denn nur somit ist gewährleistet, daß Sie, falls Sie versehentlich
abrutschen, sich selbst keinen Schaden zufügen.
Beim schneiden ist es wichtig, das Messer mit sägender Bewegung in die Tiefe zu treiben. Dabei keine übermäßige Kraft aufwenden, sonst franst der Schnitt auf und es krümelt
stärker.
Viel Spaß beim ausprobieren, und viel Erfolg!
Vor kurzem erreichte mich die Mail eines begeisterten Brötchentoasters. Doch leider werden seine Brötchen bei der vorgegebenen Zeit von 2 bis 3 Minuten ziemlich
schwarz. In einem gemeinsamen Dialog hatten wir die verwendete Kondensmilch im Verdacht.
Auf jeden Fall erscheint es notwendig, die Leistung des Toasters zu reduzieren. Eine übliche Dimmerschaltung ist bei dieser Leistung wg.
des entstehenden Phasenschmutz nicht geeignet. Stattdessen muß es sich um eine Art Pulsmodulation handeln, aber eben für Wechselspannung. Ich tüftele gerade an einer Schaltung, die nur jede zweite Schwingungseinheit durchläßt.
Hierdurch wird die Leistung des Toasters gedrosselt, und somit ein schwarzwerden der Brötchen wirkungsvoll vermieden.
Haben Sie noch Fragen? Dann schreiben Sie mir bitte:
Siegfried_Z@gmx.li
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